Donnerstag, 29. Dezember 2011

Papua Neuguinea – Lae


Am 26.12.2011 kurz nach dem Frühstück konnten wir in den Hafen von Lae fahren. Der Hafen ist nicht sehr groß, es können maximal 3 Schiffe abgefertigt werden. Er kommt mir völlig chaotisch vor, so etwas hatte ich noch nicht gesehen. Die Container stehen kreuz und quer und die Leute fassen alles dreimal an. Selbst die nagelneuen Kräne werden nicht genutzt.

Der Hafen von Lae

Ein Hafenarbeiter sagte zu mir, mit den modernen Kränen müssten sie zu schnell arbeiten und das mag hier keiner. Die Leute brauchen Zeit und es gibt überhaupt keinen Grund schnell zu arbeiten. Zwischendurch wird mal ein kleines Schläfchen gemacht und sobald ein paar Tropfen Regen runterkamen waren alle verschwunden.

ein Schläfchen zwischendurch

Der Hafen selbst liegt wunderschön an einer Flussmündung und dahinter wieder die schöne Bergwelt von Papua Neuguinea. Ab und zu habe ich ein paar riesen Schmetterlinge gesehen, ich dachte erst es wären kleine Vögel. Überhaupt gab es hier jede Menge fliegende Viecher.

Flussmündung in der Nähe des Hafens

Von der Stadt selbst habe ich nichts sehen können. Ein Landgang ist viel zu gefährlich, denn die Kriminalitätsrate in Lae ist extrem hoch. Ich hätte mir ein paar Beschützer kaufen können um einen Stadtbummel machen zu können. Dafür wollte ich kein Geld ausgeben und außerdem war das keine Garantie für eine sichere Rückkehr an Bord. So bin ich die ganzen drei Tage an Bord geblieben. Jedoch konnte ich die Stadt von unserem Schiff sehen und habe mir manchmal so meine Gedanken gemacht was da wohl abgehen wird.

Blick auf Lae vom Hafen

Blick auf Lae vom Hafen

Während der Zeit im Hafen habe ich schon mit einigen Einheimischen gesprochen. Die Leute selbst waren sehr nett und haben mir überhaupt nicht den Eindruck geben als wären hier nur Kriminelle unterwegs. Aber die Realität in Papua Neuguinea ist eine Andere. Viele Menschen leben in Armut und sind schlecht gebildet. Ich habe erfahren, dass die meisten Frauen in diesem Land nicht schreiben und lesen können. Ein so reiches Land an Bodenschätzen und dann diese traurige Realität. Ich bin schon etwas traurig und enttäuscht von dem was ich hier gesehen und gehört hatte. Papua Neuguinea hatte ich mir wirklich ganz anders vorgestellt.

Papua Neuguniea "live"

So war ich auch froh, dass wir nach drei Tagen Hafenaufenthalt heute Lae in Richtung Port Moresby verlassen konnten. Die Reise führte uns wieder vorbei an der schönen Inselwelt und das ist etwas zum wiederaufbauen.

Sonntag, 25. Dezember 2011

100 Tage unterwegs


Heute ist der 100. Tag meiner Reise, Zeit für einen kurzen Rückblick. Ich habe in dieser Zeit eine Menge erlebt, hatte ein Wechselbad der Gefühle, habe interessante Menschen getroffen und neue Orte gesehen.

Es gab Tage voller Freude aber manchmal waren auch Momente von Angst und Zweifel dabei. Speziell die ersten Tage nach meiner Ankunft in Singapur waren nicht so leicht für mich. Ich fühlte mich allein, hilflos und überfordert. Zum Glück hat sich das schnell gelegt. Vor allem die tollen Menschen die ich zu dieser Zeit getroffen hatte, konnten mich wieder aufbauen. 

Doch letztendlich wurde der Aufenthalt in Asien zu einem großen Erlebnis für mich. Die Schönheit der Landschaft, die freundlichen Menschen und das leckere Essen. Jedes der Länder die ich gesehen habe hatte seinen ganz bestimmten Reiz. Singapur die sauber und sehr europäische wirkendende Stadt, Kuala Lumpur eine asiatisch, lebendige und teilweise chaotische Stadt aber auch Jakarta hat etwas Besonderes. Ebenso Thailand mit der Schönheit der Inselwelt und den manchmal aggressiven Anmachen der Verkäufer waren ein Erlebnis.

Der zweite Teil der Reise ging in die für mich unbekannte Südsee und Neuseeland. Hier habe ich einige Überraschungen gehabt, ob positiv oder auch negativ. Die wunderschöne Insellandschaft der Südsee wird doch sehr von der dort herrschenden Kriminalität überschattet. Wiederum habe ich sehr freundliche und offene Menschen dort getroffen. Vor allem die Lebensweise hat mich beeindruckt. Ich habe gesehen, dass man nicht immer alles schnell erledigen muss. Langsam kommt man doch auch ans Ziel…

Neuseeland war hingegen ein totaler Kontrast zwischen den Aufenthalten in der Südsee. Alles war so geordnet und sauber in diesem Land. Was mich allerdings besonders beeindruckt hatte, war die wunderschöne Landschaft, die ich von der See aus sehen konnte. Leider konnte ich meinen Überlandausflug nicht machen aber ich möchte diesen irgendwann nachholen.

Nicht zu vergessen ist die Zeit auf den Containerschiffen, die unterschiedlicher nicht sein konnte. Auf dem ersten Schiff mit teilweiser deutscher Besatzung, fühlte ich mich gleich heimisch. Die Zeit dort verbrachte ich hauptsächlich mit den deutschen Seeleuten und dem anderem Passagier. Das jetzige Schiff ist voll in Burmesischer Hand und ich bin der einzige Passagier an Bord. Es dauerte eine Weile bis ich mich daran gewöhnt hatte. Jetzt bin ich voll integriert und ich fühle mich als ein Mitglied der Besatzung. Nur manchmal würde ich gern mal wieder Deutsch quatschen, denn dauert Englisch reden ist anstrengend.

Ich möchte hier unbedingt das Meer erwähnen. Es hat so viele verschiedene Fassetten, ruhig, friedlich, stürmisch und angsterregend. Die unterschiedlichen Farben des Wassers, die Formen der Wellen und die Meeresbewohner beeindrucken mich jeden Tag aufs Neue. Ebenso die Wolken, Sonnenaufgänge, Sonnenuntergänge und die Sterne sind jedes Mal ein Erlebnis. Auch nach den 100 Tagen habe ich noch nicht genug davon.

Trotz aller Schönheit des Meeres und der fernen Länder vermisse ich manchmal meine Heimat, vor allem die lieben Menschen dort. Zum Glück gibt es die Möglichkeit zu telefonieren und nicht zu vergessen das Internet. An dieser Stelle möchte ich mich bei euch für die zahlreichen Kommentare bedanken.

Ebenso ist das Reisen anstrengend, hauptsächlich für den Kopf. Zeitweise brauchte ich Urlaub im Urlaub. Zusammengefasst habe ich eine interessante, teilweise schwierige und sehr schöne Zeit in den letzten 100 Tage gehabt. Alles im allem verbringe ich eine unvergessliche  Zeit und ich freue mich schon auf die nächsten 100 Tage!

Hier sind einige Höhepunkte meiner Reise:

Der besondere Abschied in Hamburg
 
Gibraltar - links Europa und rechts Afrika

Suezkanal – schön aber irgendwie bedrohlich

Angst vor den Piraten im Golf von Aden

Abschied von der MS Ital Contessa – allein in Asien

Koh Jum – mein Paradies in Thailand

Kuala Lumpur – nicht nur die Gebäude habe mich beeindruckt

Singapur die sauberste Stadt der Welt

MS Tasman Campaigner – Leben wie in Myanmar

Die Schönheit der See

Australien der 4. Kontinent – leider nur vorbei gefahren

Nouméa noch in französischer Hand

FIJI Inseln – die extremen Unterschiede

Die unglaublich schöne Inselwelt der Südsee

Natur pur in Neuseeland

Das geheimnisvolle Papua Neuguinea