Mittwoch, 11. Januar 2012

Jakarta

Gleich nach dem Mittagessen sind wir in die Stadt aufgebrochen. Schon am Schiff stürzten sich die wartenden Moppet und Taxifahrer auf uns. Jedoch wollten sie mit uns ein großes Geschäft machen und boten uns die Fahrt überteuert an. Seeleute und Passagiere sind doch nicht dumm, vor allem wenn man öfters am gleichen Hafen ist. So sind wir 20 Minuten durch die Mittagshitze aus dem Hafen gelaufen. Draußen kam sofort ein Taxi das uns für ein Drittel des Preises zu einem Einkaufzentrum gefahren hat. 


Einige meiner Freunde von der Besatzung kauften dort speziell Stoffe für ihre Frauen daheim. Andere deckte sich mit Computerspielen und DVDs ein. Ich dagegen half als Einkaufsberater bei der Auswahl der Stoffe. Später dann sind wir in die Innenstadt gefahren um dort etwas zu essen. Da der eine und andere noch weiter einkaufen wollte trennten wir uns. Meine Gruppe hatte mal wieder Glück! Wir sind relativ schnell an unserem Treffpunkt in der Stadt angekommen. Eine Gruppe kam erst nach 2 Stunden an, obwohl sie nur 20 Minuten nach uns losgefahren sind. Sie standen im Feierabendverkehr und da geht meistens nichts mehr. Die dritte Gruppe ist gar nicht angekommen, nach 2 Stunden Taxifahrt haben sie aufgegeben. Der Taxifahrer verstand kein Englisch und kannte das Ziel nicht.

Nachdem die meisten doch angekommen waren, gab es das ersehnte Abendessen und später noch eine Runde durch das Nachtleben von Jakarta. Man glaubt gar nicht was in dem größten islamischen Land der Welt nachts abgeht. Es gibt wirklich ganz interessante Bars in Jakarta.

Aber Jakarta hat auch ein anderes Gesicht, welche ich ebenfalls kennengelernt habe. Zum Glück war es nicht die brutale Kriminalität, sondern die Korruption. In fast allen Häfen gibt es für den einen oder anderen ein kleines Geschenk. Jedoch in Jakarta sind die Behörden und Agenten wirklich unmäßig. Die schleppen hier das halbe Getränkelager raus. Ebenso hat es mich getroffen. Der letzte Agent beschaffte mir ein Visum für 30 US Dollar, wobei der normale Preis 25 US Dollar ist. Jetzt aber knöpfte ein anderer Agent 150 US Dollar ab. Selbst der Protest mit der Quittung vom letzten Visum hatte keine Wirkung. Unverschämt brachte er eine völlig wertlose Quittung über den Betrag, auf unser anfragen. Ebenso drohte er freundlich, dass ich das Schiff in Jakarta verlassen müsste wenn ich nicht die Kosten für das Visa bezahlen will. Das ist eine Frechheit, diese Abhängigkeit in diesem Maße auszunutzen. 

Am frühen Dienstagabend sind wir dann in Richtung Singapur ausgelaufen. Wenn das Wetter mitspielt, sind wir in eineinhalb Tagen dort. Dabei werde ich das zweite Mal den Äquator überqueren. Hoffentlich verpasse (verschlafe) ich es diesmal nicht.

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