Der Bus nach San Pedro de Atacama fuhr um 22:41 Uhr pünktlich von Busbahnhof in Valparaíso ab. Leider hatte ich keinen Salón Cama, einen richtigen bequemen Sitz buchen können. So musste ich mich mit einen Semi Cama zufriedengeben. Dieser Sitz war durchaus bequem aber die Distanz zum Nachbarn war sehr gering. So saß die ersten 5 Stunden ein chilenischer Herr neben mir, der sich wohlschlafend, dauert an mich ran kuschelte. Zum Glück stieg er relativ früh aus und ich hatte die beiden Sitze ganz für mich allein.
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| Mein Bus nach San Pedro de Atacama |
Nachdem ich viel Platz hatte konnte ich gut schlafen. Ich hatte schließlich fast den Sonnenaufgang verpasst. Zwischenzeitlich war der Bus ziemlich leer und das war richtig angenehm. Denn irgendwie wollten die Busfahrer in der Nacht die Lüftung nicht einschalten, sodass bei den vielen Menschen die Luft relativ stickig war.
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| Sonnenaufgang irgendwo in Chile |
Nach ca. 8 Stunden Fahrt gab es die erste längere Pause, wo wir den Bus verlassen konnten. Wir hielten in einen unscheinbaren kleinen Ort, dessen Namen ich mir nicht gemerkt habe. Die Pause nutze ich um mich frisch zu machen und meinen Getränkevorrat aufzustocken. Nach 20 Minuten ging es dann weiter. Jetzt fuhren wir an Weinanbaugebieten vorbei, die waren riesengroß.
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| Ein Weinanbaugiebt soweit das Auge reicht |
Dann verwandelte sich die Landschaft in trockene Berge und Wüsten. So sah man nur noch vereinzelt ein paar grüne Flecken, die aber mehr ins graue gingen. Bald verzog sich der Morgennebel und ich konnte die wunderschönen Landschaften im Sonnenlicht sehen.
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| Es gibt immer weniger grün |
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| Die Sonne kommt raus - schöne Aussichten |
Zwischendurch sind wir am Meer entlang gefahren. Hier war ich schon einmal vor etwa einer Woche mit dem Schiff, vielleicht habe ich sogar in diesem Moment die Inseln beobachtet…
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| Die kleine Insel habe ich vielleicht schon mal gesehen |
Die Landschaft wurde jetzt immer karger, keinerlei grün war mehr zu sehen. Die Berge hatte an manchen Stellen interessante Musterungen, es sah aus als wären da irgendwelche Mineralien oder Kohle dazwischen. Überall gab es Minen auf dem Weg, manchmal konnte ich die Minen sogar sehen. Eine ganze Weile sind wir auch auf der berühmten „Pan Amerika“, leider konnte ich keines der Schilder während der Fahrt fotografieren.
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| Coole Felsen |
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| Mitten in Nirgendwo |
Schließlich wurde die Landschaft immer schroffer, an manchen Stellen gab es richtige Steinlawinen die in Richtung Straße gingen. Glücklicherweise waren keine der Lawinen während unserer Fahrt herunter gekommen. Jetzt sah man immer mehr Kakteen große und kleine am Straßenrand und an den Berghängen. Jedoch nur eine kurze Zeit, dann kamen die Felsen wieder.
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| Kakteen am Straßenrand |
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| Immer mehr Felsenlandschaft |
Gegen 18:00 Uhr waren wir in Antofagasta einer schönen Stadt am Meer. Innerhalb weniger Minuten hatten wir einen Kontrast von trockenen Berg und Wüstengegenden zu der bunten und teils grünen Stadtbild. Hier hielten wir für unseren 2. längeren Stopp, Zeit um sich wieder frisch zu machen und die Vorräte an Essen und Trinken aufzufüllen. Es gab zwar kleine Snacks an Bord des Busses, aber die machten nur noch mehr Hunger.
Nach der Pause ging es dann weiter Richtung Calama die Berge hinauf. Irgendwann erreichten wir eine Hochebene, die erste der großen Wüsten in diesem Gebiet. Soweit man schauen konnte nur Sand und manchmal kamen die Berge dicht heran. Auch hier gab es viele Minen und kleine Städte, bzw. Dörfer die mich manchmal ein Westernstädte erinnerten. Jedenfalls war es sehr beeindruckend und mit der untergehenden Sonne wunderschön.
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| Westernstadt in Chile |
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| Wüste soweit das Auge reicht |
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| Und noch weiter... |
Schließlich erreichten wir gegen 23:00 Uhr San Pedro de Atacama. Ich war völlig geschafft und habe während der letzten halben Stunde die Minuten gezählt. Als der Bus in einem kleine Hinterhof hielt und alle ausstiegen, dachte ich wo bin ich denn hier gelandet. Zumal ich mit erschrecken feststellen musste, dass es hier keine Taxis gibt. Ein freundlicher Herr erklärte mir immerhin den Weg zu meinem Hotel. Ich dachte in diesem Moment, dass ich im falschen Film gelandet bin. Mir blieb aber nichts anders übrig als mit meinen tausend Sachen ins Hotel zu laufen. Glücklicherweise hatte ich die Eingebung gehabt, ein Hotel in Dorfmitte zu buchen, sodass mein Fußmarsch nur 10 Minuten dauerte. Völlig kaputt bin ich nach dem Duschen in mein Bett gefallen.
"... Busfahrer in der Nacht die Lüftung nicht einschalten, sodass bei den vielen Menschen die Luft relativ stickig war..."
AntwortenLöschenDas erinnert mich doch stark an unsere Nachtzugfahrt ins gelobte Land, war es genauso schlimm? :-)
Genieß Chile, eines der Länder worum ich dich auf deiner Weltreise echt beneide, ich werde dort auch mal hinfahren, dieses Land ist so faszinierend.
Liebe Grüße, Steve