Samstag, 19. November 2011

Landgang in Jakarta

Gleich gestern Morgen habe ich den Kapitän gefragt ob ich an Land gehen könnte. Er meinte ich müsse mich noch bis zum Mittag gedulden, denn dann wären meine Papiere für den Landgang fertig. Nach dem Mittagessen ging es dann endlich los. Der Kapitän erklärte mir den Weg aus dem Hafen und gab mir die Unterlagen. Ich wollte erst mal die nähere Umgebung erkunden, denn am späten Nachmittag war ein Besuch der Innenstadt geplant. 

Als ich aus dem Hafengelände gekommen bin war ich erst mal geschockt über den extremen Verkehr. Die Straßen waren groß, breit und verstopft. An einigen Stellen ging nichts mehr, was für die Fußgänger gut war. So konnte ich einigermaßen sicher die Straße überqueren. Ansonsten ist es gefährlich, denn angehalten wird nicht. Zunächst musste ich mich mit der heimischen Währung versorgen. Also ging ich zu einer Bank, die in der Nähe des Hafens war. Am Automat habe ich zweimal hinschaut. Hier konnte man mit einmal Millionär werden. Ich entschied mich aber nicht zu übertreiben und hob 700.000 indonesische Rupiah ab. 

Mit „reichlich“ Geld in der Tasche ging es dann zu einem nahegelegenen Shoppingcenter. Sehr schnell bemerkte ich die Unterschiede zu den bisher besuchten Städten. Jakarta ist nicht gerade eine saubere Stadt, die kleinen Flüsse stinken, überall liegt Müll herum und die Luft ist auch nicht die Beste. Viele Leute laufen hier mit einem Mundschutz herum. Was mir extrem positiv aufgefallen ist, war die Freundlichkeit der Menschen. Sehr viele Leute auf der Straße und in den Geschäften haben mich einfach ganz herzlich angelächelt. In diesem Maße hatte ich das noch nicht in Asien erlebt. Jedoch gab es eine Menge Menschen, die mir auf dem Weg in das Shoppingcenter etwas Gutes anbieten wollten. Vor allem die vielen Mopedfahrer die mir aller paar Meter ihren Service angeboten haben. Da hilft nur ignorieren und weiterlaufen.

Im Shoppingcenter deckte ich mich mit ein paar Kleinigkeiten ein, die ich für meine weitere Reise benötige. Schnell ist mir aufgefallen, dass wenige Leute Englisch sprechen. Wenn ich irgendetwas fragen wollte wurde immer jemand herangerufen. Mehr als ein paar Worte konnten die „Dolmetscher“ aber auch nicht sprechen. Auf dem Rückweg zum Schiff machte ich auf einem kleinen Markt eine Entdeckung. Zwischen Schuhen und Goldschmuck verkaufte jemand Gewehre auf der Straße. Die Dinger standen da so rum, wie bei uns die Besen auf einem Wochenmarkt. Ich habe zwar nicht gefragt aber einen Ballerman hätte ich sicherlich einfach so kaufen können. Wenn ich schnell gewesen wäre, hätte ich sogar einfach ein Gewehr schnappen und weglaufen können. Jedoch wäre das bei der Hitze ziemlich schweißtreibend geworden. 

Sicher am Schiff angekommen ging es bald weiter in die Innenstadt. Der Kapitän und der Chief wollten in ein bestimmtes Shoppingcenter und später noch ein wenig ausgehen. Das war für mich eine gute Gelegenheit die Innenstadt kennenzulernen. Nachdem wir endlich ein Taxi gefunden hatten, fuhr uns der Fahre bereitwillig zu unserem Ziel. Jedoch stellte sich später heraus, dass er gar nicht wusste wo wir hinwollten. Auch sein Englisch reichte nur zum Grüßen. Schließlich sind wir dann mitten in der Stadt ausgestiegen und dort ein bisschen herumgelaufen. Der Verkehr kam jetzt an manchen Stellen total zum erliegen, es war nur noch ein riesen Chaos auf den Straßen. Nachdem wir versuchten mit 3 weiteren Taxifahrern an unser Ziel zu kommen, gaben wir auf. Jetzt wollten wir nur noch was essen und trinken. So suchten wir ein naheliegendes Lokal auf. Später gab es noch eine Limo in einer Bar bevor wir uns auf dem Heimweg machten. Der war ziemlich unkompliziert und schnell. Den Hafen kennen anscheint die meisten Taxifahrer. 

Heute habe mich entschlossen nicht noch einmal an Land zu gehen. Ich hätte mit einem Mopedfahrer für 5 US Dollar in die Innenstadt und zurück fahren können. Der Preis ist gut aber bei dem Verkehr hatte ich ein wenig Angst um eine Gesundheit. Ich will ja schließlich noch ein bisschen reisen! Natürlich könnte ich auch ein Taxi nehmen, was auch nicht so teuer wäre. Letztendlich reichten mir meine beiden Landgänge von gestern aus. Zumal ich im Reiseführer auch nichts Interessantes für einen Ausflug finden konnte. Und dann war da noch der Aspekt, dass ich ohne Reisepass losgehen müsste. Mein Reisepass ist immer noch beim Agenten des Charterers wegen des Visums. So hätte ich mit dem Stück Papier vom Hafen und meinem deutschen Führerschein losziehen müssen. Allein war mir da nicht so geheuer, ich will ja schließlich morgen früh mit dem Schiff auslaufen. 

Übrigens fahren wir zuerst nach Neukaledonien, nicht wie ursprünglich geplant Papua Neuguinea. Der Plan von ein paar Tagen ist somit hinfällig und es können täglich Routenänderungen kommen.

Viele Fotos von Jakarta habe ich nicht gemacht, denn bei dem zweiten Ausflug hatte ich keine Kamera dabei. Und außerdem gab es nicht viele schöne Motive. 

Typische Bild der Stadt (viele Moscheen)

Blick vom Hafen in die Innenstadt

Interessante Kompination (Kirche und Moschee)

1 Kommentar:

  1. hmmmm, Tasman Campaigner hat schon lange die Postionsdaten nicht aktualisiert, das erschwert das Mit-Reisen.. ;-) Advent in Neuschottland, schön!

    AntwortenLöschen