Mittwoch, 30. November 2011

Nouméa – angekommen in der Südsee

Nach ungefähr 5 Tagen auf See sind wir heute in Nouméa, meinem Tor zur Südsee angekommen. Die letzten Tage waren sehr stürmisch, die See hatte sich zu einer „Holperstraße“ verwandelt. Jedoch hat das unserem Schiff kaum was aus gemacht, nur manchmal wurden wir etwas durchgeschüttelt. 

Als wir gestern kurz vor der Hafeneinfahrt waren, bekamen wir die Order die Nacht draußen zu verbringen. Die Hafenarbeiter würden erst am nächsten Morgen beginnen und auf See zu warten ist günstiger als im Hafen. So suchte der Kapitän einen geeigneten Platz wo wir uns treiben lassen konnten. Ich fand das nicht so toll, denn der Seegang war relative stark und das bedeutete eine Nacht ohne Schlaf. Das hatte ich mit dem letzten Schiff schon durchgemacht und genau so kam es auch. Die Wellen schlugen gegen das Schiff und es gab jedes Mal einen Knall und es schaugelte ganz heftig. 

Nur gut das wir schon sehr früh in den Hafen fahren mussten, denn geschlafen hatte ich kaum in der letzten Nacht. Gegen fünf Uhr früh bin ich dann aufgestanden und habe mich langsam auf die Brücke begeben. Wollte nichts verpassen, wenn wir in den Hafen von Nouméa fahren. Leider waren die Lichtverhältnisse nicht so gut, denn bei vollem Tageslicht ober Abendsonne wäre die Einfahrt richtig toll gewesen. 


Im Vordergrund Neukaledonien

Vorbei ein kleinen Riffen und Inseln kamen die hohen Berge von Neukaledonien immer näher. Wir schlängelten uns zwischen einigen Inseln durch, bis wir den Hafen erreicht hatten. Der Hafen liegt direkt im Stadtgebiet und alles kann zu Fuß erreicht werden. Das hatte ich auf meiner Reise noch nicht.

Einfahrt in den Hafen mit Blick auf Nouméa

Kurz nachdem wir angelegt haben, kam der Agent an Bord. Beim gemeinsamen Frühstückt teilte er uns mit, dass wir jede Menge Ladung bekommen und bis morgen Abend im Hafen bleiben. Das zu hören freute mich sehr. Geplant war, dass wir heute Abend wieder in See stechen sollen. Jetzt hatte ich richtig Zeit mir Nouméa anzusehen.

Gleich Nach dem Frühstück ging es dann los. Der Agent war so freundlich und hat mich mitgenommen. Er setzte mich in der Innenstadt ab und erklärte mir ein paar wichtige Dinge. (Banken und Touristeninfo) So schritt ich voller Hoffnung das wichtigste in den ersten paar Minuten erledigen zu können zur ersten Bank. Mit meiner wunderschönen goldenen Kreditkarte bekam ich kein Geld aus dem Automaten, auch nach mehrmaligen Versuchen. Egal dachte ich um die Ecke ist die nächste Bank. Auch hier ging nichts und langsam fing ich an zu grübeln. Wie bei allen meinen Aufenthalten hatte mir meistens die Touristeninformation weiter geholfen. So ging ich dann auch dort hin. Der Weg dorhin führte direkt durch einen der vielen Parks der Stadt. Die Einwohner Nouméas hielten sich schon am frühen Morgen sehr zahlreich dort auf. 


Einwohner von Nouméa im Park

In der Touristeninformation angekommen, bekam ich einen Tipp wo ich Geld abheben oder umtauschen kann. Mit einem Stadtplan in der Hand verließ ich die Info und ging zur Bank. Selbst der Geheimtipp der freundlichen Dame aus der Touristeninfo konnte mein Problem nicht lösen. Auch Bargeld zu tauschen war nicht so einfach. Jedoch bekam ich einen weiteren Tipp, wie ich zum den heiß bekehrten pazifischen Franc kommen sollte. Ein benachbarter Supermarkt tauschte US Dollar zu einem guten Kurs, wenn man dort was kauft. So kaufte ich eine Kleinigkeit und bekam endlich die Landeswährung. Ich war erst einmal enttäuscht, dass es doch ein bisschen wenig war was ich bekam. Egal dachte ich, für eine Cola und das Password für die Internetverbindung bei Mc Donalds wird es schon reichen. Zwischenzeitlich habe ich gelernt, dass oftmals sich alles ganz automatisch von selbst erledigt. So stellte ich in aller Ruhe meine Beträge auf den Blog und las meine Mails. Als die kleine Cola nach einer Stunde alle war, bekam ich Hunger. Mein Geld reichte aber nicht für etwas Essbares. So entschloss ich mich mit einem Stadtbummel abzulenken. 

Als ich dann mit knorrenden Magen durch die Stadt schlich, kam ich an einen weiteren Geldautomat vorbei. Ich versuchte es noch mal. Wieder schien es nicht zu klappen und als ich aber ein paar Schritte vom Automaten entfernt war, rief eine Frau. Ich solle doch zurückkommen und mein Geld mitnehmen. Meinte sie mich etwa? Ja, ich war der Glückliche den sie meinte. Ich bedankte mich bei der Frau ganz herzlich und zog mit Kohle in der Tasche los. So vergaß ich sogar meinen Hunger und ging erst mal durch die Stadt, die ich jetzt mit ganz anderen Augen sehen konnte. 

Blick in einer der vielen Straßen von Nouméa

"Grünes" Parkhaus in Nouméa

Die Stadt war nicht so groß und schnell hatte ich einen Überblick bekommen. Es ist doch sehr europäisch hier, was sicherlich die Nähe zu Frankreich ausmacht. Neukaledonien ist derzeit noch eine Provinz von Frankreich, was sich aber ändern soll. Ich habe im Internet gelesen, dass Neukaledonien sich schrittweise von Frankreich unabhängig machen wird. Auf einem kleinen Hügel in der Stadt steht eine ziemlich große Kirche. Dort habe ich sogar einen Leipziger getroffen. 


Kirche auf einen kleinen Berg in der Stadt, davor ein Leipziger

Jedoch war mein Hunger doch stärker als mein Erkundungsdrang und ich ging zurück in das Restaurant mit freiem Internetzugang. Dort konnte ich mir ein ausgiebiges Sparmenü leisten und dabei im Internet surfen. Nach dem Essen ging es dann noch mal an zahlreichen Grünanlagen (Parks) vorbei, wieder zurück zur Stadtmitte. Die Atmosphäre in Nouméa gefällt mir sehr, die Mischung aus Europa und der Südsee hat seinen Reiz. Ebenso begegnen mir die Leute. Es gibt eine bunte Mischung der Hautfarben und die typischen Südseebewohner habe ich auch gesehen. Außerdem herrscht überall eine gelassene Ruhe, Stress und Hektik scheint es hier nicht einmal im Wörterbuch zu geben. 


Park mit Inselskulpturen

Eine Skulpture aus der Nähe

Interessanter Baum mitten in der Stadt

Größter Park im Zentrum von Nouméa

Irgendwann wurden meine Füße schwerer und ich trat den Heimweg zum Hafen an. Da alles ziemlich zentral und die Stadt nicht sehr groß ist, kam ich relativ schnell an mein Ziel.


Blick auf den Hafen aus der Stadt

Endlich konnte ich unser Schiff mal vom Land aus fotografieren, denn in diesem Hafen sind die Sicherheitsbestimmung nicht ganz so streng. Beeindruckt von der Stadt und sehr müde kämpfte ich mich, die 7 Stockwerke nach oben und viel nur noch ins Bett.


Die MV Tasman Campaigner im Hafen von Nouméa

Morgen früh werde ich noch mal einen kleinen Stadtbummel machen bevor es dann in Richtung Fiji Inseln los gehen wird.

Montag, 28. November 2011

Aus dem Leben an Bord

Ich muss euch unbedingt erzählen was heute passiert ist. Nach dem Frühstück habe ich gemeinsam mit den Köchen eine Tasse Kaffee getrunken. Dabei hat mir der Chefkoch angeboten mit ihm in sein Lager zu gehen. Er wollte mir seine Vorräte zeigen und wissen was ich gern mag. Unter seinen Vorräten sind ein paar Lebensmittel die wir Europäer mögen, wie Gewürzgurken, Oliven und diverse Sorten Marmelade. So habe ich mir gleich ein Glas Annas-Marmelade gesichert und ihm erklärt was ich gern mal essen möchte. Ich sagte dem Koch, dass ich am Abend gern mal einen Salat mit Oliven oder Bratkartoffeln mit Ei und Gewürzgurke essen würde.

Und was glaubt ihr was es heute zu essen gab? Natürlich Salat und Bratkartoffeln auf Bernies Art. So richtig hatten wir uns am Morgen nicht verstanden aber geschmeckt hat alles klasse. Der Salat war der Hit, es war Kopfsalat mit Oliven, Ei und Toastbrot. Alles war mit viel Dressing gemischt und hat richtig gut geschmeckt. Dann kam der Hauptgang, ein Teller mit Bratkartoffeln, Ei und Gewürzgurke. Obendrein hatten sie noch einen Berg mit gebratenem Rindfleisch dazu getan. Ich soll ja schließlich nicht hungrig meine 7 Stockwerke hoch laufen. Die Gerichte waren zwar nicht ganz so wie ich es erklärt hatte aber die beiden Köche haben sich wahnsinnig viel Mühe gemacht und mich sehr glücklich! 

Solche Geschichten erlebe ich fast täglich. Es ist sehr schön mit diesen wunderbaren Menschen zusammen zu leben.  

Chefkoch, Passagier, Koch, Steward

Freitag, 25. November 2011

Australien – Torres Strait

Australien - der 4. Kontinent auf meiner Reise

Heute habe ich den 4. Kontinent auf meiner Reise gesehen. Gegen Mittag etwa nachdem wir zwei australische Lotsen an Bord genommen haben kamen die ersten Inseln in Sichtweite.

Die ersten australischen Inseln

Langsam fuhren wir den Inseln entgegen. Sie wurden immer größer und größer, später konnte ich sogar eine kleine Stadt sehen. Jetzt war es soweit, Australien der nächte Kontinent auf meiner Reise war da. Leider kann ich in Australien nicht an Land gehen. So muss ich mich mit dem Gefühl, Australien erreicht zu haben zufrieden geben. Was auch aber kein schlechtes Gefühl ist! Bis hierher habe ich fast genau 10 Wochen gebraucht.

Australien kommt näher

Australien ganz nah
 
Irgendwann verschwanden die großen Inseln und wir haben nur noch kleine Inseln mit Riffen gesehen. Das ist auch der Grund weil wir mit Lotsen fahren müssen. Denn hier in der Torres Strait gibt es viele Riffe und sehr flache Stellen.

Vorrbei an Sandbänken

kleinen unbewohnten Inseln umschlossen von Riffen

Inseln in der Abenddämmerung
 
Nachdem wir unsere Lotsen abgesetzt haben ging es mit Volldampf in die Coral See. Diese See ist östlich von Australien und ein Teil des pazifischen Ozeans. Ein weiterer Höhepunkt auf meiner Reise, ich habe den Pazifik erreicht. Jetzt noch etwa 4Tage dann erreichen wir Nouméa in Neukaledonien.


Mit Volldampf in die Coral See

Mittwoch, 23. November 2011

Osttimor und die Arafurasee

Heute Morgen öffnete ich mein Fenster und erblickte ganz nah am Schiff Land. Es war Osttimor, ein kleines Land am Ende der indonesischen Inseln am Rand der Arafurasee. Wir sind eine ganze Weile an Osttimor vorbei gefahren. Vereinzelt konnte ich sogar weise Sandstrände sehen, so dicht sind wir noch nie an Land vorbei gefahren.

Die Küste von Osttimor


Schnell wurde das Land immer kleiner und wir fuhren auf die offene See zu, die Arafurasee. Ich hatte vorher noch nie etwas von dieser See gehört oder gelesen aber auf jeden Fall trennt sie Südostasien und Australien und ist nicht klein! Wir werden jetzt mehr als 2 Tage auf der Arafurasee fahren, bis wir Australien erreicht haben. Auch hier ist nicht viel los, nur ganz wenige Schiffe kreuzen uns. So sehe ich den ganzen Tag das Meer und das ist heute besonders schön. In dieser Schönheit habe ich es noch nie auf meiner Reise gesehen. Nur ab und zu hüpfen ein paar fliegende Fische aus dem Wasser und ziehen ihre Spuren darüber. Es ist so friedlich manchmal könnte ich einfach nur rein springen. 
Die wunderschöne Arafurasee

So friedlich und schön ist die Arafurasee heute

Dienstag, 22. November 2011

Vorbei an Indonesien


Nun sind wir seit über 2 Tagen auf See und fahren immer noch an der Küste von Indonesien vorbei. Bis wir sie endgültig hinter uns lassen werden dauert es noch mindestens 2 Tage. Indonesien ist das ein riesen Land, das beeindruckt mich derzeit ganz schön. Außerdem ist die See die ganze Zeit so schön friedlich und wunderschön. Wir sehen kaum andere Schiffe, ich glaube heute habe ich kein einziges großes Schiff gesehen. Ab und zu tauchen ein paar kleine Fischerboote auf. Somit gehört uns die ganze Schönheit!


Auf der Java See

Die sehr friedliche See wird hier an Bord ausgenutzt. Jetzt können alle Arbeiten gemacht werden die notwendig sind. Speziell für die Wartung der 3 Kräne ist das Wetter optimal. Seit zwei Tagen hängen die mutigen Seeleute in den Lüften und fetten die Seile.


Die fleißigen Seeleute

Ansonsten unterscheidet sich der Alltag hier an Bord nicht zu den Schiffen die ich bis jetzt kenne. Die Seeleute reinigen das Schiff, andere entfernen den Rost und streichen die Stellen wieder. Trotz der viele Arbeiten herrscht eine Ruhe den ganzen Tag. Wie bei dem letztem Schiff mache ich meine Rundgänge und rede mit den Offizieren auf der Brücke. Ganz wichtig ist es für mich zu wissen, wo wir uns in etwa befinden. Außerdem erfahre ich so immer ob in den nächsten Stunden etwas Interessantes zu sehen ist. Derzeit passieren wir ab und zu ein paar kleine Inseln und an manchen Stellen sind auch die hohen Berge der großen Inseln zu sehen. Sogar Vulkane sind liegen in unmittelbarer Nähe unserer Route. 


Im Hintergrund ein Vulkan in der See

Wie schon auf dem ersten Schiff war ich in den ersten Tagen noch etwas unruhig. Wusste nicht so recht was ich zuerst machen sollte und habe viele Dinge angefangen aber schnell wieder beendet. Das hat sich nach über einer Woche gelegt und ich tue die Dinge jetzt bewusster und intensiver. Auch hier an Bord werde ich immer wieder gefragt, was ich so den ganzen Tag mache. Es muss doch unwahrscheinlich langweilig sein den ganzen Tag, höre ich immer wieder. Die meisten Seeleute können nicht verstehen, dass man freiwillig eine solche Reise macht. Ich erkläre den Seeleuten dann immer, dass auch andere Leute es nicht verstehen. Für mich ist es aber nach wie vor eine der wunderbarsten Möglichkeit der Reise und langweilig war es mir noch nie! Wie kann man zum Beispiel, sonst die Größe von Indonesien erleben?
Seit dem wir Jakarta verlassen haben sitze ich am Nachmittag vor meiner Kabine und schaue auf die Weite des Meeres. Dabei höre ich ganz entspannt Hörbücher. Ich sehe  so wie die vielen fliegenden Fische über das Wasser segeln und das Farbenspiel des Wassers. Heute hat sogar ein großer Schwarm Delfine unser Schiff gekreuzt. Das alles beeindruckt mich jeden Tag immer wieder. Der Sonnenuntergang beendet meinen heutigen Ausguck. 


Sonnenuntergang in der Java See

Samstag, 19. November 2011

Landgang in Jakarta

Gleich gestern Morgen habe ich den Kapitän gefragt ob ich an Land gehen könnte. Er meinte ich müsse mich noch bis zum Mittag gedulden, denn dann wären meine Papiere für den Landgang fertig. Nach dem Mittagessen ging es dann endlich los. Der Kapitän erklärte mir den Weg aus dem Hafen und gab mir die Unterlagen. Ich wollte erst mal die nähere Umgebung erkunden, denn am späten Nachmittag war ein Besuch der Innenstadt geplant. 

Als ich aus dem Hafengelände gekommen bin war ich erst mal geschockt über den extremen Verkehr. Die Straßen waren groß, breit und verstopft. An einigen Stellen ging nichts mehr, was für die Fußgänger gut war. So konnte ich einigermaßen sicher die Straße überqueren. Ansonsten ist es gefährlich, denn angehalten wird nicht. Zunächst musste ich mich mit der heimischen Währung versorgen. Also ging ich zu einer Bank, die in der Nähe des Hafens war. Am Automat habe ich zweimal hinschaut. Hier konnte man mit einmal Millionär werden. Ich entschied mich aber nicht zu übertreiben und hob 700.000 indonesische Rupiah ab. 

Mit „reichlich“ Geld in der Tasche ging es dann zu einem nahegelegenen Shoppingcenter. Sehr schnell bemerkte ich die Unterschiede zu den bisher besuchten Städten. Jakarta ist nicht gerade eine saubere Stadt, die kleinen Flüsse stinken, überall liegt Müll herum und die Luft ist auch nicht die Beste. Viele Leute laufen hier mit einem Mundschutz herum. Was mir extrem positiv aufgefallen ist, war die Freundlichkeit der Menschen. Sehr viele Leute auf der Straße und in den Geschäften haben mich einfach ganz herzlich angelächelt. In diesem Maße hatte ich das noch nicht in Asien erlebt. Jedoch gab es eine Menge Menschen, die mir auf dem Weg in das Shoppingcenter etwas Gutes anbieten wollten. Vor allem die vielen Mopedfahrer die mir aller paar Meter ihren Service angeboten haben. Da hilft nur ignorieren und weiterlaufen.

Im Shoppingcenter deckte ich mich mit ein paar Kleinigkeiten ein, die ich für meine weitere Reise benötige. Schnell ist mir aufgefallen, dass wenige Leute Englisch sprechen. Wenn ich irgendetwas fragen wollte wurde immer jemand herangerufen. Mehr als ein paar Worte konnten die „Dolmetscher“ aber auch nicht sprechen. Auf dem Rückweg zum Schiff machte ich auf einem kleinen Markt eine Entdeckung. Zwischen Schuhen und Goldschmuck verkaufte jemand Gewehre auf der Straße. Die Dinger standen da so rum, wie bei uns die Besen auf einem Wochenmarkt. Ich habe zwar nicht gefragt aber einen Ballerman hätte ich sicherlich einfach so kaufen können. Wenn ich schnell gewesen wäre, hätte ich sogar einfach ein Gewehr schnappen und weglaufen können. Jedoch wäre das bei der Hitze ziemlich schweißtreibend geworden. 

Sicher am Schiff angekommen ging es bald weiter in die Innenstadt. Der Kapitän und der Chief wollten in ein bestimmtes Shoppingcenter und später noch ein wenig ausgehen. Das war für mich eine gute Gelegenheit die Innenstadt kennenzulernen. Nachdem wir endlich ein Taxi gefunden hatten, fuhr uns der Fahre bereitwillig zu unserem Ziel. Jedoch stellte sich später heraus, dass er gar nicht wusste wo wir hinwollten. Auch sein Englisch reichte nur zum Grüßen. Schließlich sind wir dann mitten in der Stadt ausgestiegen und dort ein bisschen herumgelaufen. Der Verkehr kam jetzt an manchen Stellen total zum erliegen, es war nur noch ein riesen Chaos auf den Straßen. Nachdem wir versuchten mit 3 weiteren Taxifahrern an unser Ziel zu kommen, gaben wir auf. Jetzt wollten wir nur noch was essen und trinken. So suchten wir ein naheliegendes Lokal auf. Später gab es noch eine Limo in einer Bar bevor wir uns auf dem Heimweg machten. Der war ziemlich unkompliziert und schnell. Den Hafen kennen anscheint die meisten Taxifahrer. 

Heute habe mich entschlossen nicht noch einmal an Land zu gehen. Ich hätte mit einem Mopedfahrer für 5 US Dollar in die Innenstadt und zurück fahren können. Der Preis ist gut aber bei dem Verkehr hatte ich ein wenig Angst um eine Gesundheit. Ich will ja schließlich noch ein bisschen reisen! Natürlich könnte ich auch ein Taxi nehmen, was auch nicht so teuer wäre. Letztendlich reichten mir meine beiden Landgänge von gestern aus. Zumal ich im Reiseführer auch nichts Interessantes für einen Ausflug finden konnte. Und dann war da noch der Aspekt, dass ich ohne Reisepass losgehen müsste. Mein Reisepass ist immer noch beim Agenten des Charterers wegen des Visums. So hätte ich mit dem Stück Papier vom Hafen und meinem deutschen Führerschein losziehen müssen. Allein war mir da nicht so geheuer, ich will ja schließlich morgen früh mit dem Schiff auslaufen. 

Übrigens fahren wir zuerst nach Neukaledonien, nicht wie ursprünglich geplant Papua Neuguinea. Der Plan von ein paar Tagen ist somit hinfällig und es können täglich Routenänderungen kommen.

Viele Fotos von Jakarta habe ich nicht gemacht, denn bei dem zweiten Ausflug hatte ich keine Kamera dabei. Und außerdem gab es nicht viele schöne Motive. 

Typische Bild der Stadt (viele Moscheen)

Blick vom Hafen in die Innenstadt

Interessante Kompination (Kirche und Moschee)

Freitag, 18. November 2011

Jakarta

Nach fast genau zwei Tagen sind wir in Jakarta angekommen. Wobei wir über einen halben Tag getrieben sind, da unser Liegeplatz im Hafen nicht frei war. Wir sind bis kurz vor Jakarta relativ schnell gefahren, da es auch in diesem Gebiet Piraterie gibt. Speziell an den ganzen Inseln an den wir vorbeigefahren sind kommt es schon manchmal vor das ein Schiff geentert wird. Jedoch haben es die Piraten hier nur auf die Ladung abgesehen. Sie kommen an Bord und öffnen die Container. Schiff und Besatzung werden in Ruhe gelassen. 

Das Meer war während der Reise glatt wie eine Autobahn. Das soll auch so bleiben, bis wir auf der Höhe von Australien sind, kurz vor Neukaledonien. So habe ich vorerst kurze Reise sehr genossen, endlich mal wieder „allein“ auf weiter See.

Die Einfahrt in den Hafen war sehr interessant. Sie ist sehr klein und es war eine Menge Verkehr. Zudem hatten wir einen Lotze, der kaum Englisch sprach und irgendwie ein wenig durcheinander war. Unser Kapitän hatte ganz schön was zu tun, zumal wir in die letzte Ecke fahren mussten. Hier werden wir nicht nur Container laden, sondern auch Stückgut. Das sind zum Bespiel Stahlplatten, Holz für die Papierindustrie in Neuseeland und zwei riesengroße Generatoren. Wir werden  somit über 2 Tage in Jakarta bleiben.

Einfahrt in den Hafen von Jakarta

Nachdem der Kapitän mein Visum verhandelt hat, kann ich jetzt auch an Land gehen. Das mit dem Visum soll nicht ganz so einfach sein und kann mitunter sehr teuer werden. Der Kapitän sagte, dass Passagiere schon bis zu 145 US$ zahlen musste. Gestern Abend wusste der Kapitän noch nicht genau was es kosten wird aber er meinte wohl nicht mehr als 50 US$.