Montag, 26. September 2011

Auf See

Samstag, der 24.09.2011
Die See ist heute Morgen so glatt wie eine Asphaltstraße, nur unsere Bugwelle bring sie eine wenig durcheinander. Wir sind am Ende des englischen Kanals, kurz vor dem Atlantik. So langsam kommt das Gefühl auf, auf das ich jetzt schon seit Tagen gewartet habe. Die Ruhe und weite des Meeres lässt es zu, dass ich jetzt auch runterfahren kann.

Am frühen Nachmittag haben wir den Atlantik erreicht. Mittlerweile hat sich das Meer auch ein wenig verändert. Jetzt schaukelt es ein bisschen. Aber schlecht ist es mir nicht, ist nur ein wenig ungewohnt, wenn sich das Schiff in alle Richtungen bewegt. Beeindruckend ist, dass sich die See von einer Minute auf die andere verändern kann. Gerade schaukelt es noch, dann ist es wieder ruhiger. 


Sonntag, der 25.09.2011
Heute Nacht haben wir die Biskaya durchfahren und es war ziemlich ruhig. Dieses Gebiet ist in der Regel unruhig. Wir hatten diesmal Glück. Heute werden wir an Spanien und Portugal vorbeifahren. 

Man merkt langsam, dass es in den Süden geht. Gestern musste ich noch mit Jacke nach draußen gehen und heute reicht ein T-Shirt. Morgen wird die kurze Hose aus dem Schrank geholt. 

So langsam tauen die Leute hier auf und sprechen mich auch mal an. In den ersten Tagen war das nicht so. Die meisten Fragen mich ob es mir nicht langweilig sei. Sie sind ganz erstaunt, wenn ich ihnen sage, dass es mir überhaupt nicht langweilig ist. Ich habe den ganzen Tag was zu tun. Derzeit übe ich viel Gitarre und gehe meine Runden. Dort treffe ich meisten den anderen Passagier und wir machen ein Schätzchen. 

Auf meiner Runde ist meisten die Brücke, dort schaue ich nach wo wir uns gerade befinden und hole mir Informationen über die Route die wir fahren. Nach den Malzeiten gehe ich jetzt eine Runde ums Schiff. Vor allem am Bug ist es sehr schön. Dort kann ich die Ruhe so richtig genießen und höre mir das Rauschen des Meeres an. So vergeht der Tag wie im Flug…

Der Hammer! Der Abend war so schön. Nicht nur das die ersten Delphine aufgetaucht sind, nein das Meer war so wunderschön. Ich kann das mit Worten gar nicht beschreiben, welche Wirkung das heute auf mich hatte.


Montag, der 26.09.2011
Wir fahren seit heute Nacht Richtung Osten und werden am frühen Nachmittag Gibraltar erreichen. Ich hoffe mal, dass das Wetter mitspielt und wir eine gute Sicht haben, denn meisten soll es nicht so sein. Die letzte Nacht war ein wenig unruhig, das Schiff hat ganz schön geschaukelt. So wurde ich automatisch im Bett des Öfteren gedreht.   

Wir bewegen uns jetzt langsam auf Gibraltar zu, das Meer hat hier eine wunderschöne hellblaue Farbe. Es ist unglaublich wie sich das alles verändert. Mit diesem wunderschönen blauen Wasser wird gerade unser Pool gefüllt. Beim Füllen wird das Wasser sogar geheizt, sodass wir schon heute Mittag schwimmen gehen können. 

Auch gibt es heute Nachmittag noch ein besonderes Ereignis, wir werden unsere Fische zum Abendessen räuchern. Dazu gibt es ein paar Kaltgetränke, unter anderem Mochito mit frischer Minze! Unser Chief hat eigens dafür in seiner Kammer Minze gepflanzt. Also ihr seht schon uns fehlt es an nichts. (fast nichts) 

Freitag, 23. September 2011

Tschüß Antwerpen

Heute Nachmittag haben wir den Hafen von Antwerpen verlassen. Jetzt geht es richtig los! Das Schiff wird jetzt ohne einen weiteren Stopp bis Malaysia fahren. Natürlich stand ich wieder auf der Brücke, vor allem weil wir richtig schönes Wetter hatten. Die Sonne meinte es gut mit uns.

Auf der Brücke

 Zur Verabschiedung kamen gleich mal 20 Segelboote an unserem Schiff vorbei. Keine Ahnung was die gemacht haben. Es sah aus wie eine Demo auf dem Wasser. Jedenfalls hatte die meisten ein Kaltgetränk in der Hand und der eine oder andere hat uns sogar zu gewunken. 

Unsere Verabschiedung aus Antwerpen
 
Nachdem wir jetzt nicht mehr in einen Hafen fahren, weiß ich nicht wann ich das nächste Mal einen Beitrag in den Blog stellen kann. Vielleicht erst in Malaysia? 

Also bis bald mal wieder…

Internet


Nachdem ich jetzt fast eine Woche an meinem Internetzugang am Handy hin und her probiert habe funktioniert es jetzt. Nicht das neue Update war das Problem, sondern mein Provider hatte meine Netzeinstellungen verändert. Ich hatte kurz vor der Reise meine Internetflat gekündigt und da muss es passiert sein. Bin jetzt froh das alles funktioniert, das hat mir auch in den letzten Tagen Nerven und Geld gekostet.

Antwerpen


Gegen 7:00 Uhr haben wir den Anker reingeholt und sind langsam Richtung Antwerpen gefahren. Ziemlich schnell waren wir an der Küste angekommen. Ich musste mich richtig beeilen, damit ich rechtzeitig mit dem Frühstück fertig wurde. Da ich mir die Einfahrt in den Hafen von der Brücke ansehen wollte. 

Kurz vor 10:00 Uhr kam der Lotze an Bord, der uns in den Hafen bringen sollte. Er war sehr nett und kam ab und zu mal vorbei, um uns etwas zu erklären. Die Einfahrt in den Hafen zog sich ziemlich lange hin. Anders als in Hamburg, machte hier der Fluss ständig irgendwelche Biegungen. Ich hatte das Gefühl unser über 300 Meter langes Schiff fährt Slalom. 

Die kleineren Schiffe die uns entgegen kamen, hatten ganz schön mit unserer Bugwelle zu kämpfen. Das Wasser schwappte schon bei dem einen oder anderen über die Bordwand, obwohl wir extrem langsam fuhren.

Nach etwa 6 Stunden Zickzackfahrt kamen wir an unserem Liegeplatz an. Ich stand, mit einer kurzen Unterbrechung (Mittagessen) die ganze Zeit oben auf der Brücke. Die Einfahrt in den Hafen war so interessant, dass die Zeit wie im Flug vergangen ist.

Ein bisschen kaputt habe ich mich dann in meine Kammer zurückgezogen. Ich freute mich auf ein kleines „Nachmittagsschläfchen“. Doch ich war kaum eingeschlafen, da klingelt das Telefon in meiner Kammer. Der Kapitän war dran und fragte mich ob ich mit an Land kommen möchte. 

Zu viert, der Kapitän, der Chief, der Vater vom Chief und ich stiefelten wir von Bord. Das Schiff im Hafen zu verlassen ist gar nicht so einfach. Zu Fuß geht das meistens nicht, da der Weg zu lang ist oder es einfach zu gefährlich sein kann. So holte uns ein Taxibus am Schiff ab und schaffte uns zum Gate. Dort warte bereits ein richtiges Taxi, welches uns in die Stadt fuhr. Leider war gerade Feierabendverkehr und entsprechend lange dauerte die Fahrt. Die Fahrt war ein wenig abenteuerlich, denn der Taxifahrer mochte die eine oder andere Verkehrsregelung nicht. Überhaupt fahren die Leute hier ganz schön wild…

„Sicher“ in der Stadt angekommen haben wir uns nach einem kurzen Fußmarsch in ein Lokal gesetzt um etwas zu trinken. Die Stadt war voller Menschen und es kam mir vor das es nur schöne Frauen waren. Vielleicht ist das so, wenn man fast eine Woche keine mehr gesehen hatte? Als die Sonne weg war, suchten wir uns ein Lokal wo wir gegessen haben. Leider war das nicht das Beste unter den vielen hundert Restaurants die es hier gab. Egal es hat satt gemacht. 

Nach dem Essen sind wir dann zurück zum Schiff gefahren. Diese Mal hatten wir einen Fahrer erwischt, der mehr Verständnis für Verkehrsregeln hatte. Platt bin ich dann ins Bett gefallen. Mensch war der Tag anstrengend und interessant!

Donnerstag, 22. September 2011

Auf Reede vor Antwerpen

Heute am Mittwoch sind wir kurz nach dem Frühstück von Rotterdam nach Antwerpen aufgebrochen. Da unser Liegeplatz erst am Donnerstag früh frei ist mussten wir vor Antwerpen den Anker werfen. Es solle erst am Donnerstag früh weitergehen. Mit uns stehen hier eine Menge andere Schiffe. Das sieht aus wie ein Parkplatz voller Schiffe.

Blick auf die anderen Schiffe

Die Zeit auf Rede haben wir uns mit angeln vertrieben. Ich dachte erst, dass es nur ein kleiner Spaß wird und wir sowieso nicht fangen. Aber nichts da, zum Schluss hatten wir 14 Makrelen im Eimer. 

Der Chief hat den ersten Fisch gefangen

Nachdem sich das auf dem Schiff rum gesprochen hatte, dass da drei verrückte angeln, kamen dann auch ein paar philippinischen Seeleute zum angeln. Sie hatten leider kein Glück mehr, da mittlerweile die Strömung zu stark war. Wir hatten ja unsere Beute, die im Mittelmeer dann in den Räucherofen kommt!

Die ersten 5 Fische die wir gefangen haben
So ging der Tag extrem schnell rum und wir hatten dabei eine Menge Spaß.

Mittwoch, 21. September 2011

Thailand

Dank meines Internetanschlusses konnte ich mich gestern intensiv um meinen Aufenthalt in Thailand kümmern. Bereits zu Hause hatte ich mich bei Freunden informiert, wo ich denn am besten in Thailand unterkommen könnte. Natürlich habe ich auch meinen Reiseführer, der übrigens der schwerste von allen ist, gewälzt. 

So habe ich mich für eine kleine Insel entschieden die in der Nähe von Krabi liegt. Die Insel heißt Koh Jum. Dort waren schon Freunde, die mir den Kontakt vermittelt haben. So schrieb ich gestern eine E-Mail nach Thailand, die ich heute prompt beantwortet bekam.

Dienstag, 20. September 2011

Das Schiff von innen

Um euch mal zu zeigen wie ich auf dem Schiff so lebe, bin ich heute einmal mit meiner Kamera herumgegangen um Fotos zu machen. Ich finde das Schiff extrem komfortabel. 


Zuerst gibt es einen Rundgang durch meine Kammer. Die Kammer ist auf dem F Deck, in der 7 Etage. Wir haben zwar einen Aufzug aber der ist für mich tabu. Wenn ich den benutzen würde, müsste ich mir in Asien neue Klamotten kaufen. Das Essen auf dem Schiff ist sehr gut und vor allem reichlich.

Mein Schlaufzimmer mit Bad

Wohnbereich mit Schreibtisch und Sitzecke

Wohnbereich (links ist der Eingang zur Kammer)

Auf dem E Deck, eine Etage unter meiner Kammer befindet sich der Aufenthaltsraum für die Offiziere und Passagiere. Außerdem gibt es dort eine Grillecke, die ganz schön eingerichtet ist. Sogar einen Räucherofen konnte ich entdecken. Der andere Passagier hat Angelzeug mit, denn vor Malaysia sollen wir eine Zeit ziemlich langsam fahren und angeln können. Das kann ja ein Spaß werden. 

 Aufenthaltsraum


Aufenthaltsraum mit Blick auf die Bar
Grillplatz mit Räucherofen

Grillplatz

Im C Deck habe ich das Schwimmbad, den Fitnessraum und die Saune entdeckt. Derzeit ist im Schwimmbad noch kein Wasser, bin mal gespannt wann Wasser eingelassen wird. Ich habe noch nicht gefragt, da derzeit die komplette Crew sehr viel zu tun hat. Später dann wenn wir Antwerpen verlassen haben, wird alles ein bisschen ruhiger.

Schwimmbad ohne Wasser

Fitnessraum

Blick vom Fitnessraum zum Schwimmbad

Sauna

Zu guter Letzt will ich euch noch die Messe zeigen, in der ich meine Malzeiten bekomme. Das Frühstück gibt es am 7:30 Uhr, Mittag ab 11:30 Uhr und Abendessen ab 17:30 Uhr. Nachmittags um 15:00 Uhr gibt’s Kaffee und Kuchen oder auch ein paar Kekse. Sobald man die Messe betritt, kommt ein freundlicher Steward und bringt die warmen Speisen und Getränke. Die kalten Speisen kann sich dann jeder selbst nehmen, soviel wie man essen kann. In den ersten Tagen habe ich ganz schön viel gegessen, schmecke auch gut!

Messe (vorne rechts ist mein Tisch)