Montag, 6. Februar 2012

An Bord in Ningbo

Am frühen Morgen sind wir im Hafen von Ningbo angekommen. Die Fahrt hierher dauerte etwa eineinhalb Tage durch dichte Nebelfelder. Sowieso wird es immer herbstlicher je weiter wir nordwärts fahren. Auch die Stadt Ningbo konnte man vom Schiff nur sehr schlecht sehen, da die Sicht nicht gerade gut war.

Der Blick auf Ningbo vom Schiff
 
Und es blieb auch in diesem Hafen nur dabei vom Schiff auf die Stadt zu sehen, denn wir sind bereits nach ca. 6 Stunden wieder ausgelaufen. Der Kapitän meinte, dass die Zeit zu kurz wäre für einen Landgang, vor allem weil die Entfernung zur Stadt doch relativ groß sei. Ja das ist nun mal das Schicksaal eines Frachtschiffreisenden, das man nicht in allen Häfen an Land gehen kann. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich auch wenig Lust bei diesem Wetter nach draußen zu gehen. Mittlerweile sind die Temperaturen unter 10 Grad gefallen und es hat auch geregnet.

Gegen Mittag ging es schon weiter. Zwischenzeitlich hatte der Nebel wieder die Sicht komplett eingeschränkt, sodass ich die erste Hälfte der Ausfahrt fast nichts erkennen konnte. Zum Glück dauerte die Ausfahrt aus dem Hafen ungefähr 2 Stunden in denen sich die Sicht verbesserte. So konnte ich die letzte Stunde die Landschaft um uns herum sehen. Es waren rundum kleine bis große Berge zu sehen, an denen sich Städte angesiedelt hatten. Zum Teil sah das sehr schön aus.

Mit etwas besserer Sicht raus aus dem Hafen

Samstag, 4. Februar 2012

Xiamen der erste Hafen in China

Nach genau einem Tag Seereise durch die Taiwan See sind wir in dem ersten chinesischen Hafen gestern Abend angekommen. Die Reise war sehr ruhig obwohl die See nicht gerade friedlich war. In einem so großen Schiff merkt man weniger als zum Beispiel mit dem 2. Schiff. 

Die Einfahrt in den Hafen von Xiamen war sehr schön auch wenn es bereits dunkel war. Die beleuchtete Skyline der Stadt machte im kleinen Stil Hongkong Konkurrenz. Der Stadt vorgelagert ist eine kleine Insel, die besonders schön beleuchtet war. Hier wurde ein sehr großer Felsen ganz spektakulär angestrahlt. Später im Internet habe ich gelesen, dass diese Insel ein beliebtes Ausflugsziel ist und dort das einzige Klaviermuseum Chinas ist. Leider konnte ich keine Fotos machen, da bei dieses Lichtverhältnissen und den Bewegungen des Schiffes die Ergebnisse nicht gut sind. 

An Land bin ich nicht gegangen weil wir erst gegen 22:00 Uhr im Hafen angekommen sind. Bis alle Formalitäten erledigt waren, war es Mitternacht und einfach zu spät für eine Entdeckungstour. 

Von einem Händler der auf unser Schiff gekommen ist, habe ich eine SIM Karte fürs Internet gekauft. Es ist immer ein kleines Lotteriespiel, ob die Karten auch wirklich funktionieren. Diesmal hatte ich Glück und kam ohne Probleme ins Netz. Meine Mails konnte ich wie immer abrufen aber hier in China sind einige Webseiten gesperrt, unter anderem Facebook und mein Blog. So muss ich bis Südkorea warten, bis ich den Blog aktualisieren kann.

Da wir bereits um 6:00 Uhr den Hafen von Xiamen wieder verlassen haben, war diesmal ein Landgang nicht möglich. Überhaupt wird es bei diesem Schiff schwieriger an Land zu gehen, die Liegezeiten sind relativ kurz und die Häfen sind meistens weit von den Städten entfernt.

Freitag, 3. Februar 2012

Angekommen auf dem 4. Schiff

Am frühen Morgen habe ich noch ein paar wichtige Dinge in der Stadt erledigt, bevor es dann gegen Mittag Richtung Hafen ging. Dieses Mal hatte ich keinen Transfer vom Hotel zum Schiff. Der Agent meinte ich könnte das allein finden und bräuchte keinen extra Transfer. Er schickte mir eine genaue Beschreibung und eine Wegskizze. Naja am Anfang war ich recht skeptisch ob ich das wohl allein auf die Reihe bekommen werde, denn die Erfahrungen aus den letzten Häfen zeigten mir immer einen komplizierten Vorgang. Aber siehe da, es geht auch einfach und vor allem preiswert. Ruck zuck war ich mit dem Taxi am Hafenterminal und dann waren es nur ein paar Meter zu einem Herrn der meinen Pass kontrollierte. Er öffnete mir dann freundliche eine Tür zu meinem nächsten Abenteuer. Es waren dann noch ein paar hundert Meter, bis ich vor der MV Monte Aconcagua meinem 4. Schiff stand.

Ein großer roter Riese ist das Schiff. Diesmal fahre ich mit einem „Hamburg Süd“ Containerschiff. Diese Reederei hat sich speziell auf Routen von und nach Südamerika spezialisiert. An Bord wurde ich dann erst einmal relativ skeptisch und fragend von der 3. Offizierin begrüßt. Später erzählte sie mir, sie hätte mit einem so jungen Passier nicht gerechnet.  In der Tat sind Frachtschiffreisende meistens jenseits der 60 Jahre. Nun gut, sie glaubte mir das ich der Neue bin und ließ mich ins Schiff herein. Dort lief mir gleich der Kapitän über den Weg, der mich freundlichst begrüßte. Dann lief es ab wie immer, erst mal in meine Kabine und Klamotte auspacken.

Meine Kammer (Kabine)

Meine Kabine ist diesmal nicht so groß wie auf den anderen Schiffen aber völlig ausreichend. Ich finde sie sogar richtig gemütlich. Außerdem ist alles richtig neu und modern hier, denn das Schiff ist ca. 3 Jahre alt. Ein wirklich schönes Schiff mit den bekannten Annehmlichkeiten wie Sauna, Pool usw. Die Besatzung besteht diesmal aus drei Nationen, so kommen die Seeleute aus Polen, Kiribati und Deutschland. Es gibt sogar zwei weibliche Besatzungsmitglieder an Bord, der Chief Mate und die 3. Offizierin. 

Nachdem ich mich mit dem Schiff etwas vertraut gemacht habe, ging es auch schon bald Richtung China los. Noch am Abend stachen wir in See. Da es mittlerweile schon dämmerte konnte ich die wunderschöne beleuchtete Skyline von Hongkong noch einmal zum Abschied sehen. Der letzte Tag in Hongkong war wie mein erster Tag, der Nebel bedeckte die Stadt. Da hatte ich richtig Glück in den letzten 7 Tagen, der Wettergott meinte es sehr gut mit mir.

So sah es an meinem ersten Tag auch aus, Tschüß Hongkong